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Tour 2026
Einführung ins Rennradfahren

Diesen Samstag war es endlich soweit: die erste kleine Ausfahrt stand an! 
Nachdem bereits die ersten Infoveranstaltungen stattgefunden haben ging es heute für die Schüler*innen das erste Mal aufs Rennrad. Ganz schön aufregend! Diejenigen, die sich für ein Leihrad entschieden haben, durften dieses heute in Empfang nehmen. Bevor aber die erste Runde gedreht wurde, durfte jeder auf den Rollentrainer um sich mit der Sitzposition, der Schaltung und den Bremsen eines Rennrades vertraut zu machen.

Die ersten Übungen im Regen

Im Anschluss wurde dann eine erste kleine Runde mit dem Rennrad gefahren. Jeweils drei Fahrradbegleiter*innen und 3 Teilnehmer*innen fuhren bis nach Baufnang und zurück. Erste Grundlagen wie „Einer-Reihe“ und „Zweier-Reihe“ durften gleich geübt werden. Das Wetter war leider grauslig, kalt und nass was aber die gute Stimmung nicht trüben konnte!

Radbasar

In der Schule gab es dann auch die Möglichkeit sich beim Radbasar mit den notwendigen Utensilien einzudecken, denn es braucht einiges, bis man ordentlich für die Tour ausgestattet ist. Neben essenziellen Dingen wie Helm, Handschuhe und Brille benötigt man eine Reihe von Sachen, um gut, warm und trocken bis nach Italien zu kommen. Dabei gibt es ganz schön viel zu lernen und man kommt am Fachjargon nicht vorbei. Plötzlich sprechen alle über Klickschuhe, SPD Cleats und Beinlinge und man merkt, dass man plötzlich mitten in der Rennrad Welt gelandet ist…! Gut, dass einige erfahrene Tourbegleiter*innen mit Rat und Tat zur Seite standen.

Crowdfunding, Teilen, Teilen, Teilen

Wir freuen uns, dass es auch in diesem Jahr eine Spendenaktion zur Tour geben wird. Dies ermöglicht es den Schüler*innen- unabhängig ihres finanziellen Hintergrundes - an diesem einmaligen Erlebnis teilzunehmen …! Hier findet ihr den Link dazu:  Tour de Lauro 2026 - Viele schaffen mehr

Nun freuen wir uns auf die kommende spannende Zeit! Und achtet mal drauf, wenn ihr mal wieder rund um die Schule unterwegs seid: Das Rennradfieber hat nun begonnen! 

1. Sonntagsausfahrt am 12. April

Heute stand die allererste Sonntagsausfahrt an und es lag bereits eine Aufregung und Vorfreude in der Luft. Endlich! Es geht Los!

Die erste Sonntagsausfahrt war eine kleine Runde durchs Salemer Tal, über Bruckfelden, Frickingen, Uhldingen, Maurach und von Nussdorf zurück zur Schule.

Die Einer- und Zweier-Reihe wurden nochmals intensiv geübt, Kommandos besprochen und das Fahren in der Gruppe und im Verkehr geübt. Das Wetter war deutlich kälter als die letzten Ferientage und Regen war angekündigt. Neben dem Training auf der Straße war daher bereits im Vorfeld die richtige Kleiderwahl ein Lernfeld- und von kurzer Hose und Trikot bis hin zu dick eingepackt mit dicken Winterhandschuhen und Regenhose war bei den Schülerinnen und Schülern alles dabei. Schlussendlich meinte es das Wetter doch noch gut mit uns und wir blieben vom Regen verschont. Eine tolle 1. Sonntagsausfahrt!

Und damit beginnt nun auch ganz offiziell unsere gemeinsame Trainingszeit. Ab sofort trainieren die Jugendlichen 2x Mal unter der Woche und jeden Sonntag gemeinsam mit den Begleiter*innen und zusätzlich in ihrer Freizeit. Die Trainingseinheiten steigern sich dabei von Woche zu Woche.

Wie schön, dass es endlich los geht, wir freuen uns alle sehr!

 

2. Sonntagsausfahrt am 19.04.2026

Tourbericht – Zweite Sonntagsausfahrt der Tour de Lauro Vorbereitung

Die zweite gemeinsame Sonntagsausfahrt der Tour de Lauro führte uns erneut von der Waldorfschule Überlingen auf eine abwechslungsreiche und durchaus etwas fordernde Runde durch das Umland. Mit rund 40 Kilometern stand für unsere jungen Fahrerinnen und Fahrer eine Strecke an, die alles bot: Natur, kleine Herausforderungen – und einen neuen „Hotspot“, den jetzt garantiert niemand mehr vergisst.

Gleich zu Beginn ging es hinunter nach Nußdorf in Richtung See, vorbei an Maurach bis nach Mühlhofen. Und dann kam er, der Hotspot: Schiggendorf. Ein Ort, der ab sofort fest im kollektiven Gedächtnis der Gruppe verankert ist – und den wir, so viel sei verraten, wohl noch das ein oder andere Mal durchqueren werden. Entsprechend wurde er mit einem Augenzwinkern in den internen Tourkalender aufgenommen.

Weiter führte uns die Strecke über Grasbeuren in Richtung Neufrach und Stefansfeld. In Altenbeuren wartete dann die erste kleine Steigung auf uns – für viele eine willkommene Gelegenheit, die eigenen Kräfte einzuteilen. Oben angekommen legten wir eine kurze Pause am Brunnen ein. Frisches Wasser, durchatmen, sammeln – genau richtig, bevor es weiterging.

Die anschließende Abfahrt Richtung Leustetten machte den SchülerInnen richtig Spaß, auch wenn zwischendurch eine Abfahrt mit bis zu 10 % Steigung eingebaut war. Belohnt wurden wir mit einem herrlichen Blick durch blühende Obstwiesen und Plantagen – ein echtes Frühlingshighlight.

Weiter führte uns die Strecke durch Frickingen – ein Abschnitt, der den Kindern bereits aus dem Wochentraining vertraut war und daher mit wachsender Sicherheit gemeistert wurde. Anschließend ging es erneut bergauf: Von Bruckfelden aus führte der Anstieg hinauf nach Lippertsreute und forderte noch einmal spürbar Kraft und Ausdauer. Doch auch diese Herausforderung bewältigten alle mit großem Einsatz und beeindruckender Souveränität. Oben angekommen, wurde kurz durchgeatmet, bevor wir uns gemeinsam auf den Rückweg zur Waldorfschule machten.

Das Wetter zeigte sich ganz im Stil eines klassischen Apriltages: Sonne, Regen, Hagel – alles dabei. Doch das konnte der Stimmung nichts anhaben. Die Kinder waren motiviert, fuhren bereits erstaunlich gleichmäßig und bewiesen einmal mehr echten Teamgeist und Durchhaltevermögen.

Am Ende kamen alle wohlbehalten und zufrieden wieder an der Waldorfschule an – mit einem weiteren erfolgreichen Trainingstag im Gepäck und der Gewissheit: Schiggendorf kommt wieder.

 

Trainingslager

Wie schon in den letzten Jahren fand auch das diesjährige Trainingslager der Tour de Lauro (TdL) in der Waldorfschule Wahlwies statt. Ziel war es an diesem schönen Ort die Tour und ihre Abläufe zu proben, sich gegenseitig besser kennen zu lernen und einen Vorgeschmack auf die Tour zu bekommen.

Bei schönstem Frühlingswetter starteten wir am Freitagmittag an der Waldorfschule Überlingen und machten uns in Gruppen von je etwa 6 Kindern und 2 Radbegleiter*innen auf den Weg nach Wahlwies. Dort angekommen wurden wir von unserer Küche mit Kuchen, Obst und Getränken empfangen und konnten uns stärken. Während die Schlafplätze verteilt und geduscht wurde, war das Küchenteam bereits fleißig am Schnippeln, Vorbereiten und Kochen und zauberte im TdL-Küchenanhänger ein leckeres Abendessen. Die Einteilung der Zeltgruppen lief sehr gut und alle wissen nun, mit wem sie bei der Tour ihr Zelt teilen. Beim ersten gemeinsamen Essen im TdL- Zelt konnte man die allgemeine Aufregung deutlich spüren und erahnen, wie es schon bald jeden Abend sein wird, wenn die ganze Gruppe zusammenkommt! Es ist einfach auch ein großer, bunter und sehr lebendiger Haufen, der nach und nach die Regeln kennenlernt, damit ein reibungsloser Ablauf und ein vertrauensvoller gemeinsamer Umgang gewährleistet wird. Nach einer abendlichen Besprechung wurden die Räder der morgigen Gruppen zusammengestellt, so dass der kommende Tag gut vorbereitet war. Auch das Schrauberteam leistete ganze Arbeit und beseitigte diverse Probleme an den Rädern. Nach einer ersten Vorschau auf die Tour de Lauro ging der erste Tag des Trainingslagers zu Ende.

Der Samstag startete für die Teilnehmer*innen bereits in aller Früh um 07:00 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück und Vorbereitung des Mittags-Vespers. Nach dem Frühstück ging es auf die ca. 70 km lange Tour rund um den Schiener Berg. Erst in Richtung Singen dann in die Schweiz, vorbei an Stein am Rhein und nach Wangen zur Mittagspause. Bei schönstem Wetter und blühenden Bäumen, wohin das Auge schaut, einfach nur ein Traum. Die Vesper wurden verputzt, die Sonne genossen.

Nach dem Mittagessen ging es Richtung Radolfzell zurück nach Wahlwies. Dort wartete schon das Küchenteam und verwöhnte alle mit Schüsseln voll Gemüseschnitzen, Obst und Kuchen. Ein Geburtstagskind bekam noch ein Ständchen gesungen und einen Geburtstagskuchen. Nach dem Duschen wurden die Räder ausgiebig geputzt und bei einem Fahrrad-Parcours durften verschiedene Aufgaben erprobt werden. Wer schafft es nur mit einem Bein eingeklickt um die Gießkanne herum zu fahren? Wer schafft den Slalom und die enge Kurve? Und wer kann den gefüllten Becher von einer Tischtennisplatte zur nächsten transportieren? Nach diesem vollen Tag freuten sich alle auf das leckere Abendessen des Küchenteams (Karottensalat, Gnocchi mit Räucherlachs, Orangen-Quark). Nach der allabendlichen Besprechung wurden noch die Räder für den nächsten Tag in den Gruppen vorbereitet und der zweite Teil der Tour-de Lauro Route vorgestellt.

Am dritten Tag wurde alles wieder zusammengepackt, geputzt und geschrubbt, um die Schule wieder in ordentlichen Zustand zu verlassen. Wie bereits beim Ankommen wurde die Gepäckschlange geübt, bis alles wieder verstaut war. Danach ging es bei schönstem Frühlingswetter am Bodensee entlang in Richtung Waldorfschule Überlingen.

In diesen 3 Tagen Trainingslager konnten die Teilnehmer*innen nicht nur ihre Fähigkeiten beim Radfahren verbessern. Sie konnten sich alle näher kennenlernen, die Basis dafür, ein großes Team zu werden, welches sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam diese große Herausforderung annimmt! In 3 Wochen geht es los!

 

4. Sonntagsausfahrt

Heute stand die 4. Sonntagsausfahrt an. Bei schönstem Frühlingswetter ging es 78 km über Owingen, Hohenfels in Richtung Pfullendorf bis nach Heiligenberg und von dort über Beuren, Bermatingen, Schiggendorf und Nussdorf zurück an die Schule.

Zu Beginn war die Route Richtung Owingen und Billafingen wohlbekannt. Der Abzweig nach Hohenfels jedoch ist neu und bringt das erste Mal auch richtige Höhenmeter mit sich. Was für eine schöne Überraschung, dass das Begleitfahrzeug-Team oben am Berg wartet und die Fahrer*innen mit Nüssen zur Stärkung belohnt. Dann geht es weiter, vorbei an blühenden Obstbäumen, gelben Rapsfeldern und frisch gemähten Wiesen...wie das riecht, einfach nur herrlich! Und plötzlich sehen wir die Berge und freuen uns, denn bald fahren wir da drüber, es scheint noch lange bis dahin und ist doch schon so bald! Bei Kilometer 45 machen wir eine wohlverdiente Mittagspause in Heiligenberg. Dorthin bringt uns das Begleitwagen-Team unsere Vesperbeutel und alle dürfen sich stärken. Dann kommt die erste größere Abfahrt und der Weg zurück zur Schule vergeht wie im Flug. Am Ende kommt nochmal eine besondere Herausforderung- es ist Sonntag und unglaublich viel los am See. Da heißt es nochmal volle Konzentration, trotz all der vielen Radfahrer und Fußgänger wohlbehalten anzukommen. Das haben heute alle gut gemeistert und können stolz sein, diese erste größere Ausfahrt geschafft zu haben.

5. Sonntagsausfahrt

Unsere 5. Sonntagsausfahrt stand ganz im Motto der Hügel und "Berge". Über Frickingen ging es weiter nach Lellwangen, ins Deggenhausertal, Limpach, nach Wilhelmsdorf und von dort vorbei am Pfrungener Ried und über Großschönach, am Aachtobel vorbei zurück an die Schule.

6. Ausfahrt an Himmelfahrt

Heute stand unsere Himmelfahrtsausfahrt an. Morgens war es mit rund 4 Grad ungewohnt kalt und teils auch nass, so dass ein mancher mit Wollsocken, gefütterten Leggins und warmen Winterhandschuhen an die Schule kam. Die ein oder der andere aber kam jedoch in kurzer Hose und kurzen Handschuhen und fror, und so manch einer lieh sich dann noch ein paar warme Sachen bei seinem Team...

Unsere heutige Ausfahrt führte uns zu Beginn am See entlang Richtung Ludwigshafen. Mit kräftigem Gegenwind mussten wir ganz schön strampeln. Dann gings weiter über den Bodanrück, Güttingen, Hausen an der Aach, vorbei an der Burgruine Hohen Krähen nach Engen, wo wir an der Autobahnraststätte Engen bei Kilometer 53 unsere wohlverdiente Mittagspause machten. Dort konnten sich alle stärken und den wunderschönen Ausblick auf die Hegauvulkane bestaunen. Gut ausgeruht ging es dann in den 2. Teil des Tages, der die eigentliche Herausforderung war. Denn ab jetzt ging es immer wieder hoch und runter und wir machten deutliche Höhenmeter. So ging es über Eigeltingen, Hoppetenzell und Kalkofen zurück an die Schule.

Leider gab es kurz vor Ende in einer Gruppe noch eine Panne mit einem Fahrrad. Die Begleiterinnen versuchten erst noch diese zu beheben, jedoch war schnell klar, dass das Begleitauto von Nöten war. Dieses war schon fast zurück an der Schule uns musste nochmal umkehren. So hatten dann alle Schüler*innen eine deutliche Verspätung, da sie noch auf ihre Vesperbeutel warten mussten.

Insgesamt war es aber eine rundum gelungene Ausfahrt! Die Teilnehmer*innen konnten unter Beweis stellen, dass sie mittlerweile problemlos über 100km fahren können, zusätzlich rund 1000 Höhenmeter bewältigen und schlimmen Gegenwind trotzen können. In 1 Woche geht es los, juchu!

7. Sonntagsausfahrt

Unsere 7. Sonntagsausfahrt stand heute an. Und somit unsere allerallerletzte Ausfahrt, bevor es nun am kommenden Donnerstag endlich soweit ist und die Tour de Lauro startet. 

Bevor es los ging, wurden noch Gruppenfotos gemacht, unser Abfahrt besprochen und die Gruppen eingeteilt.

Dann ging es los in Richtung Donau. Bei bestem Wetter ging es über Grossschönach, Krähenried, vorbei an Pfullendorf und Krauchenwies ins Donautal. Bereits der Hinweg war wunderschön, vorbei an blühenden Rapsfeldern und duftenden Blütenwiesen. Und dann mit den Rädern entlang der beeindruckenden Felsen bei Dietfurt und Gutenstein. Dann bei Kilometer 65 hatten wir eine wohlverdiente Mittagspause am Parkplatz von Campus Galli. Von da aus war es fast ein Katzensprung zurück an die Schule über viele kleine Orte nach Hohenfels, Herdwangen-Schönach und Owingen.

Es war eine tolle Ausfahrt, die viele Gelegenheiten für intensive und lustige Gespräche geboten hat, da wir häufig in der sogenannten "Zweier-Reihe" fahren konnten. Außer einem platten Reifen, der schnell geflickt werden konnte, gab es keinerlei Störungen und so kamen alle gut gelaunt und voller Vorfreude zurück an die Schule. Dort wurden die Teilnehmer*innen mit einem kleinen Kuchenbuffet der Eltern überascht. 

Wir freuen uns schon alle riesig auf Donnerstag, jetzt heißt es Füße hochlegen, durchschnaufen und Sachen packen :-)

 

Tourberichte

Überlingen - Landquart

142 km | 380 Höhe


Donnerstag 21. Mai 2026

Tourstart bei Kaiserwetter

Tour de Lauro!

Der große Tag ist gekommen! Heute geht es endlich los! Die Vorfreude und Aufregung liegt in der Luft, es knistert förmlich. Hunderte Schüler*innen, Verwandte, Freunde, Bekannte der Teilnehmer*innen sind gekommen um diesen so besonderen Moment der Abfahrt zu erleben und sich nochmal zu verabschieden. Es bildet sich ein großer Kreis und es gibt nochmal eine kurze Ansprache. Dann wird von allen "Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen gesungen". Ganz schön bewegend, und die ein oder andere Träne wird vergossen.

Die einzelnen Gruppen lösen sich aus dem großen Kreis und machen sich auf den Weg nach ...Lauro! Unter tosendem Applaus drehen wir 2 Runden um das Schulgelände und fahren dann Richtung Nußdorf und immer am See entlang. Die Sonne strahlt und wir haben perfektes Radelwetter. Es ist so schön, erstmal noch durch bekannte Ortschaften zu fahren, Maurach, Friedrichshafen, Lindau. Der Zeppelin begleitet uns ein Stück, der See glitzert und die schneeweißen Berge lassen die Vorfreude steigen! In 2 Tagen fahren wir da drüber!

Insgesamt fahren 50 Kinder und 18 Erwachsene auf Fahrrädern, 2 Begleiter*innen in den Begleitfahrzeugen und weitere 7 Begleiter*innen bilden das Küchenteam und fahren unseren LKW.

Irgendwann erreichen wir Bregenz und verlassen den See, fahren über die eindrucksvolle Bregenzer Aach und erreichen das Rhein-Tal. Wir haben Rückenwind und ein Bergpanorama, dass einen einfach nur staunen lässt! Wir fahren den Bergen entgegen, links von uns der Rhein, der Wind schiebt von hinten, so dass man manchmal fast nicht mehr treten muss. Auf dem Rhein-Damm dürfen sogar die Kids vorne fahren und die Ansagen machen und die Begleiter*innen können hinten quatschen. Was für ein herrlicher Tag! Diese erste Etappe umfasst insgesamt rund 140 km mit 350 Hm und wir passieren 4 Länder, Deutschland, Österreich, die Schweiz und Lichtenstein.

Am Campingplatz angekommen gibt es leckeren Kuchen, Obst und Getränke. Die Zelte werden aufgebaut, wir können duschen und ein geselliges Treiben stellt sich ein.

Seit vielen Jahren gibt es eine Besonderheit beim ersten Abendessen der Tour: Wir werden bekocht! Dominik, der von Beruf Koch und Caterer ist, ist so begeistert von der Tour de Lauro, dass er nun seit vielen Jahren in Landquart für alle kocht. Was für eine wunderbare Wertschätzung und was für ein toller Anfang, auch für das Küchenteam, das in den letzten Tagen schon so viel Vorbereitungsarbeiten hatte. Vielen Dank Dominik an dieser Stelle für deine jahrelange Treue und das fantastische Abendessen!

Wir möchten an dieser Stelle auch einmal kurz Danke sagen, an alle Unterstützer, Freunde und Sponsoren, an alle anpackenden Hände und an alle, deren Engagement diese Tour überhaupt möglich macht. Und natürlich auch an alle Eltern, die ihre Kinder in den letzten Tagen und Wochen so unermüdlich unterstützt haben und uns das Vertrauen schenken mit ihren Kindern die Tour de Lauro 2026 zu erleben! 

Diese Berichte werden von Miriam Sorms und Marion Wild geschrieben, beide mit Blick aus der Perspektive der Radlerinnen. Auch wenn wir versuchen jeden Tag einen Einblick zu geben, können wir natürlich nur einen kleinen Teil all der Erlebnisse berichten, die die verschiedenen Gruppen und Tour-Teilnehmer*innen machen. Eventuell kann es sein, dass der ein oder andere Tagesbericht sehr spät kommt, manchmal eventuell erst am nächsten Tag. Wir bitten um Nachsicht wenn es hin und wieder mal etwas später werden sollte.

Jetzt aber erst mal Gute Nacht. Morgen geht es bergauf. Man mag denken es sind nur 70 km aber die haben es in sich. 

Landquart - Splügen (Dorf)

70 km | 1310 Höhenmeter


Freitag 22. Mai 2026

Gewaltige Höhenmeter durch die wundervolle Viamala

Schon sehr früh beginnt der Morgen für das Küchenteam. Kaffee und Tee wird gekocht, Brot, Obst und Müsli vorbereitet. Die Kinder werden geweckt, und die große Kuhglocke läutet: Es gibt Frühstück. Die Sonne scheint bei strahlend blauem Himmel und alle bereiten sich auf den heutigen Tag vor. Das heißt wir müssen uns richtig eincremen, es wird kräftig gefrühstückt und Vesper für die Mittagspause geschmiert. Das Küchenteam bringt kräftig Nachschub, hier geht ganz schön was weg. Die Spülgruppe spült, das große Gruppenzelt wird zusammengebaut, die Kleidung gepackt und die Zelte von den Zeltgruppen abgebaut. Dann muss alles in den großen LKW, eine ganz schöne Logistik. Derweil starten die ersten Gruppen Richtung Splügen Dorf.

Die heutige Etappe umfasst nur lediglich rund 70 km, also knapp die Hälfte von gestern. Allerdings ist sie die Etappe der Tour mit den meisten Höhenmetern! Ganze 1310Hm müssen bewältigt werden, gar nicht ohne!

Die ersten 20 km sind ein Traum, noch recht eben, links und rechts von uns schönstes Bergpanorama und wir fahren neben Frühlingswiesen, ganzen Getreidefelder voller blühender roter Mohnblumen, es riecht nach Holunderblüten und die schneeweißen Berggipfel strahlen uns entgegen, einfach schön. Dann gehts los und wir fahren Anstieg um Anstieg, Plateau um Plateau und arbeiten uns langsam hoch. 

Die ersten Tunnel kommen, wir machen die Lichter an und sind erstaunt, wie laut die Autos dröhnen, gut das die Begleiter alle gut vorgewarnt hatten. Dann fahren wir durch eine atemberaubende Schlucht, die Viamala, wo wir fleißig Fotos machen. Das Wasser ist so türkis, das alle staunen. In Andeer gibt es eine wohlverdiente Vesperpause bei Kilometer 57 und wir stärken uns für den anstrengensten Teil des Tages, der noch vor uns liegt. Die restlichen 15km umfassen nahezu reinen Anstieg. Wir fahren durch die wunderschöne Rofflaschlucht und eine Gruppe geht sogar runter ans Wasser. Alle anderen fahren weiter bis zum Stausee, endlich! Die schlimmsten Anstiege sind vorbei und wir müssen nur noch am See entlang nach Splügen Dorf fahren.

Dort wartet bereits das Küchenteam und bejubelt die erste Gruppe. Sie sind schon am Abendessen vorbereiten und Salat waschen. Nach und nach trudeln alle Gruppen ein und werden herzlich empfangen und beklatscht. Es gibt Kuchen, Obst und Getränke zur Stärkung. Die Zelten können aufgebaut und es kann geduscht werden. Wir haben hier schon eine tolle Sicht auf die Serpentinen, die wir morgen fahren. Es ist bestes Wetter vorhergesagt und wir freuen uns auf das Highlight morgen! Splügenpass wir kommen!

 

 

Splügen (Dorf) - Lecco

117 km | 1105 Höhenmeter


 

 

 

Samstag 23. Mai 2026

Über die Berge nach Italien

Der lang ersehnte Tag ist gekommen! Heute fahren wir über die Alpen! Ein strahlend blauer Himmel begrüßt uns und die Morgensonne wärmt schon kräftig...und das ist auch gut so. Der ein oder die andere hat heute Nacht etwas gefroren, denn heute haben alle draußen geschlafen! Eine Besonderheit, denn in den Vorjahren hat der Großteil der Gruppe im Haus geschlafen. Da das Wetter aber so gut ist und die Temperaturen entsprechend warm, konnten alle in den Zelten schlafen und selbst unser großes Gruppenzelt musste nicht aufgebaut werden. So genießen wir also die Sonne beim Frühstück und eine besondere Stimmung liegt in der Luft. Wir sehen von unserem Platz bereits die Serpentinen, die wir gleich hoch fahren und die Vorfreude und der Respekt vor dem, was kommt, steigt. Werden wir das schaffen? Gibt es oben noch Schnee? Wieviel brauchen wir zum anziehen für oben am Pass? Diese und viele weiter Fragen kommen auf. Ganz schön aufregend. Nach dem Frühstück stellt sich ein fröhliches Gewusel ein. Es wird abgewaschen, zusammengepackt, die Räder insbesondere die Bremsen gecheckt und nach und nach machen sich die einzelnen Gruppen auf Richtung Splügenpass. Die, die noch unten am Campingplatz sind sehen die ersten Gruppen die Serpentinen hoch ziehen, hin und her und hin und her und staunen, die sind ja ganz schön schnell. Dann sind alle auf dem Weg. Es ist anstrengend aber immer wieder gibt es Verschnaufpausen und viele sind überrascht, dass es leichter geht als befürchtet. Hin und wieder werden die Gruppen von entgegenkommenden Radfahrer*innen und Autos bejubelt, sie sind beeindruckt was die Kinder und Begleiter*innen da schaffen! Manche Gruppen sehen sogar Murmeltiere mit ihren Jungen, die fröhlich über die Wiese flitzen. Diese Momente helfen mit, den Aufstieg gut zu schaffen, die Fahnen sind schon in Sicht, nur noch wenige Meter.

Juchu! Wir haben es geschafft! Wir haben das Dach der Tour erreicht und sind auf stolzen 2200m Höhe. Oben am Pass werden die ankommenden Gruppen von den anderen bejubelt und beklatscht. Und auch das Küchenteam jubelt kräftig mit, es ist dieses Jahr mit dem Auto über den Splügen gefahren und kann diesen besonderen Moment miterleben. Die Gruppen liegen sich in den Armen und Fotos werden geschossen. Es gibt sogar noch einzelne Schneefelder und eine Gruppe startet sogleich mit der Schneeballschlacht. Besonders ist in diesem Jahr, dass es so warm ist, das alle in kurzen Hosen bleiben und auch kurze Handschuhe tragen. Lediglich ein paar Windjacken oder ein Halstuch wird angelegt und in den Gruppen besprochen was bei der 30 km langen Abfahrt (!) beachtet werden muss. Bei besten Bedingungen gelingt die Runterfahrt problemlos vor grandioser Bergkulisse. Je weiter wir runter kommen, je wärmer wird es und man sieht es gleich! Jetzt sind wir in Italien. 

 

 

Unten angekommen gibt es eine wohlverdiente Pause und die Begleiter*innen trinken den ersten italienischen Espresso. Alle müssen nochmal einmal kräftig eincremen und stärken sich mit Riegeln. Dann geht es weiter nach Colico, nochmal 30 km durchhalten bis zur Mittagspause. Der Comer See zeigt sich in aller Pracht und es ist bestes Surf- und Kitewetter. Das bedeutet für uns allerdings ordentlich Gegenwind, ganz schön anstrengend und alle sind froh als sie ankommen. Nachdem sich alle gut erholt und gevespert haben, kommt es nun zum besonders herausfordernden Teil der heutigen Etappe. Wir lernen den italienischen Stadtverkehr mit all seinen Facetten kennen. Die dunklen Tunneln und dröhnenden Autos fordern besondere Konzentration. Erst spät am Nachmittag kommen die Gruppen wohlbehalten am Campingplatz an. Jetzt dürfen wir uns ausruhen und am leckeren Kuchen- und Obstbuffet der Küche stärken.

Nach diesen rund 118 km mit ca. 1105 hM haben wir morgen einen wohlverdienten Pausetag. Dies bedeutet, dass alle länger aufbleiben dürfen. Manche Kinder, werden heute Nacht sogar draußen schlafen. Mit etwas Glück können sie dabei sogar das ein oder andere Glühwürmchen bestaunen...

Pfingstsonntag 24. Mai 2026

Chilliger Ruhetag

Heute durften wir länger schlafen und gemütlich in den Tag starten. Nach dem Frühstück mussten wir unsere Fahrräder putzen und checken, damit wir sicher in die nächste Etappe starten können.

Heute durfte eine Gruppe Kids diesen Bericht gestalten. Sie haben sich entschieden eine Umfrage zu machen, mit der Frage: Was war dein Highlight des Tages...?

...Pizza von Leo (Cinto)

...Sonne genießen und baden (Aharon)

...das wir direkt am Wasser campen (Caspar)

...schwimmen (Cornelius)

...fast ausschlafen (Hans)

...schwimmen gehen und draußen schlafen (Matthis)

...schwimmen gehen (Kaspar)

...baden, draußen schlafen, Schach spielen, Eis essen und grillen (Gustav)

...Ich finde es toll, dass es jemand in der Klasse gibt, der besser Schach spielen kann, als ich (Levi)

...Schach spielen (Noah)

...das Chillen wahrscheinlich (Finn)

...schimmen (John)

...die nicht-lachen-Challenge-mit Wasser (Pepe)

...ich glaube ich fand das Baden ziemlich gut (Rune)

...baden und Fußball (Richard, Jarik und Jakob)

...das viel zu teure Lemon Soda (Florin)

...am Strand chillen (Paul)

...das wir uns frei bewegen durften (Emely)

...das man zum Kiosk gehen konnte (Luisa S)

...nach dem heißen Wäsche zusammenlegen in den See zu gehen (Luisa B)

...zu wissen, das ich heute kein Fahrrad fahren musste (Luise)

...das ich morgens kein Zelt abbauen musste (Jolina)

...nach dem Essen unter dem Tisch chillen (Mila)

...das heute Pause war (Lino)

...der Strand und wahrscheinlich das Essen (Phillip)

...im See gewesen zu sein und fangen spielen mit den Mädels (Laila)

...baden gehen (Annabelle und Selma)

...ich fande das Kiosk cool und den See (Lara)

...ich fande baden gut, also Freizeit (Marie)

...neues Essen (Kiosk) (Lilith)

...See fand ich super (Marla)

...schwimmen gehen und Kiosk (Alva und Friederike)

...Wasserschlacht mit Silvio, Thorsten und Bersi aufm SUP (Lea, Ronja und Mira)

...es war schön das wir nicht Fahrrad fahren mussten und der See (Smilla, Lotta, Talya und Jana)

...ich fand es toll dass ich mit meinen Freunden schwimmen gehen konnte und das wir grillen (Sky)

...die Zeit die wir für uns hatten war mega funny (Kuschelkreis, Baden, Sonnen) (Elin)

...das wir nicht Fahrrad fahren mussten und Baden konnten (Molly und Maelle)

...draußen schlafen, Kuschelkreis und in der italienischen Sonne brutzeln (Frieda)

 

Ruhetag in Lecco
Lecco - Cremona

126 km | 370 Höhenmeter


 

 

 

Pfingstmontag 25. Mai 2026

Heiße Poebene

Schon morgens ist es richtig warm und wir versuchen zügig zusammen zu packen um früh los zu kommen. Das heutige Ziel ist Cremona, das ca. 127 km entfernt ist. Höhenmeter gibt es heute kaum, denn wir sind nun in der Po- Ebene! Zu Beginn ist höchste Konzentration gefragt, denn hier gibt es richtig Verkehr, insbesondere die LKW, Schlaglöcher und die Hitze stellen die heutigen Herausforderungen dar. Die 70 km bis zur Mittagspause in Lodi gehen teilweise entlang des Flusses Adda, durch italienische Dörfer und über Landstraßen. Unser heutiges Motto ist trinken, trinken, trinken, denn wir haben bis zu 38 Grad. Eine Gruppe trällert Weihnachtslieder, damit es etwas kühler wird. Nach der Mittagspause freuen wir uns, dass wir weg vom Verkehr kommen und auf Radwegen fahren können. Da gibt es manchmal sogar Baumschatten. Zweimal fahren wir über den Fluss Po und eine Brücke rumpelt gewaltig. 

Wir freuen uns über die kühle Überraschung am Campingplatz, Obst und die leckeren Kuchen.

Jetzt gibt es gleich Spargelrisotto, das wird lecker!

Hier noch Gedichte, die heute während dem Radfahren entstanden sind:

Wenn man den Po befahren will

dann denkt man, es geht hoch dann runter

immer froh und immer munter

doch dann kommt es schade

es geht jetzt nur noch gerade

doch wenn wir alle fröhlich sind

dann freut sich doch noch jedes Kind

Silvio sagt blabla bla

und schreit andauernd laut hurra

wir fahren durch Italien durch

in der Stadt ists nicht ganz ruhig

die Straßen sind auch nicht so gut

das macht uns aber keine Wut

jetzt sind wir alle froh

wir habens geschafft den Po Po Po...

 

Kurze Info: Die Fotos hochzuladen ist manchmal eine logistische Herausforderung...daher kommen immer wieder Fotos auch zu den vorherigen Etappen nachträglich dazu. Es lohnt sich daher hin und wieder auch die vorherigen Etappenberichte anzuschauen und die neuen Fotos zu bestaunen :-)

 

 

 

Cremona - Reggio nell´Emilia

99 km | 140 Höhenmeter


 

Dienstag, 26. Mai 2026

Weiter durch die Po-Ebene zum Hofgut La Collina

Mittlerweile merkt man, dass sich alles richtig eingespielt hat. Viele Kinder wachen bereits morgens ohne Wecker auf, richten sich, packen ihre Sachen, bauen das Zelt ab und bringen alles zum LKW. Und das noch vor dem Frühstück. Das Küchenteam läutet die Glocke, die Kinder häufen Frühstück und Vesper auf ihre Teller, echt erstaunlich, was manch einer essen kann! Wir packen alles in den LKW und spülen das Geschirr. Dann kann es los gehen. Noch auf dem Campingplatz hat die erste Gruppe einen Platten und dies soll nicht der letzte des heutigen Tages bleiben.

Wir starten auf dem Damm des Flusses Po, den wir gestern verlassen haben. Ein toller, breiter und recht neu ausgebauter Radweg macht das radeln quasi zum Kinderspiel, wenn da diese Hitze nicht wäre. Wir trinken viel und der Fahrtwind lässt das Ganze gut aushalten. 

Es geht durch eine Vielzahl an Feldern, Mais und Getreide mit schönen roten Mohnblumen, ansonsten gibt es nicht viel zu entdecken. Hier und da mal eine Kirche, Ställe und Industrie. Einige Gruppen sehen einen Fasan. Wir machen immer wieder Pausen um unsere  Trinkflaschen zu füllen oder eine Toilette aufzusuchen. Nach der Mittagspause gehts runter vom Damm, erst mal wieder in den Verkehr und dann immer wieder über kleinere Straßen und durch einige Dörfer. Einige Gruppen kühlen sich auf eine besonders leckere Art und Weise ab und die Freude darüber ist groß. Und dann geht es nach den heutigen knapp 100 km auf das Demeter Hofgut La Collina bei Reggio. Ein schöner Hof, der die Lauro Fahrer schon seit einigen Jahren auf dieser Etappe beherbergt. 

Wir genießen heute die kalten Duschen sehr, bauen die Zelte auf und ein geselliges Treiben stellt sich ein. Es wird gelacht, gequatscht, Tagebücher geschrieben, Schach gespielt. 

Die Küche zaubert wieder mal ein herrliches 3 Gänge Menü, es gibt panierte Zucchini und Aubergine, Fleisch und Spaghetti mit Tomatensauce. Dazu Salat und ein Nachtisch. Einfach lecker!

Im Anschluss haben wir die übliche abendliche Besprechung. Wir tauschen uns aus wie unser Tag war und besprechend den kommenden Tag. Morgen werden wir die Po-Ebene langsam verlassen und erreichen den Appenin. 

Regio nell´Emilia - Rioveggio

106 km | 540 Höhenmeter


Mittwoch 27. Mai 2026

Halbzeit!

Bereits nach dem Aufwachen ist es sehr warm. Wir packen alles zusammen, Frühstücken und richten uns ein Vesper fürs Mittagessen. Dann müssen heute auch die Sanitäreinrichtungen vom Hofgut geputzt werden, die wir nutzen durften. Manch einer probiert noch die leckeren Maulbeeren, die leider noch nicht ganz reif sind. So starten wir etwa um 09:00 Uhr raus aus der Po- Ebene und Richtung Appenin. Alle cremen sich nochmal ein und wir trinken viel, denn heute soll der bisher heißeste Tag werden.

Erst mal müssen wir durch regen Stadtverkehr, doch mittlerweile machen das alle sehr souverän, so dass wir diese Herausforderung gut meistern. Heute gibt es besonders viele Kreisverkehre, viele davon mehrspurig. Wir fädeln uns gekonnt in den Verkehr, das läuft nun wie geschmiert, so oft haben wir geübt. Die Straßen sind heute wieder besonders verlöchert und in schlechtem Zustand. Und endlich ist es soweit, wir verlassen die Po-Ebene! Dies bedeutet, dass wir neben den guten 100 km Strecke auch endlich wieder Höhenmeter machen. Ganze 540 Hm sind es, eine tolle Abwechslung nach all den flachen Strecken. Wir halten alle 10-20 km, um uns neues Wasser aufzufüllen und uns zu erfrischen. Überall gibt es in Italien Wasserhähne, meist in Parks oder auf größeren Plätzen, manchmal füllen uns auch nette Barbesitzer die Wasserflaschen. Immer wieder treffen sich die Gruppen an diesen Wasserstellen. Dann geht es lustig und nass her, alle bespritzen sich, kühlen sich, mal über die Haare, mal übers Trikot, hauptsache kühl. So lässt sich diese Hitze am besten aushalten. 

Heute geht es über einen kleineren Pass, ganz schön heiß und anstrengend! Oben am Pass wartet aber schon das Begleitauto, mit Wassernachschub und Kirschen. Nach und nach kommen immer mehr Gruppen an und alle werden bejubelt. "Hurra! Nun geht es wieder bergab!" Wir freuen uns über Fahrtwind und endlich kommt auch ein leichtes und angenehmes Lüftchen auf. Der Weg zieht sich noch etwas bis zum Campingplatz und alle freuen sich schon auf eine kalte Dusche und die Stärkung am Platz.

Der Campingplatz liegt unten im Tal bei Rioveggio. Hier haben wir viel Platz und genießen die kalten Duschen und den leichte Wind, der gerade aufkommt. Die Kinder schreiben in Ruhe ihre Tagebücher, schwätzen und genießen die Abendstimmung. 

Heute haben wir Halbzeit, 6 von 11 Etappen sind nun geschafft!

Wir möchten an dieser Stelle nochmals auf unsere Spendenaktion hinweisen. Wir freuen uns wenn ihr uns unterstützt! Ein herzliches Dankeschön für euren Support!

Hier findet ihr den Link dazu:  Tour de Lauro 2026 - Viele schaffen mehr

Rioveggio - Montecatini Terme

95 km | 1000 Höhenmeter


 

Donnerstag 28. Mai

Mit einigen Pannen in die Toskana

Heute Nacht wurde der ein oder andere von trommelnden Geräuschen geweckt, huch, es regnet! Das erste Mal auf unserer Reise regnet es. Nur ein bisschen, aber es reicht, die Temperatur zu senken und wir freuen uns alle sehr darüber. Schon beim Frühstück ist es aber schon wieder richtig warm und wir erwarten einen warmen sonnigen Tag. Als wir los fahren sehen wir leichte Wolken am Himmel, denken uns aber nichts dabei. Es grummelt etwas und es könnte sein, dass es heute noch gewittert. Wir freuen uns alle auf diese Etappe, gilt sie doch als eine schöne Route. 95 km lang und über 1000 Hm. Erst geht es etwa 25 km bergauf, dann 30 km wieder bergab und endlich hinein in die wunderschöne Toskana. Schon bald sehen wir Blitze, aber das Gewitter verzieht sich. Der Regen allerdings nicht und wir werden nass. Zu Beginn freuen wir uns über diese willkommene Abwechslung nach den heißen Tagen. Ein Großteil der Gruppe hat jedoch keinerlei Windjacke oder Regensachen dabei, vor lauter Sonne hatten wir einfach nicht damit gerechnet, dass sich das Wetter so schnell ändern kann. Plötzlich ist es ganz schön frisch und wir freuen uns alle, dass wir nach dem Anstieg nach Castiglione dei Pepoli einen kleinen Zwischenstopp in einem kleinen Tante-Emma Laden machen und uns stärken. Wir fahren weiter bis zu einem still gelegten Stadion, wo wir unsere Mittagspause machen. Das Begleitauto versorgt die Frierenden mit Decken und wir können etwas aufgewärmt weiterfahren. Nach der Pause fahren wir weiter durch Städte und Landstraßen. Da es meist bergab geht, können wir richtig zackig fahren, und das ist auch gut so, denn so halten wir uns warm. Die ein oder andere Gruppe wärmt sich nochmal bei Kuchen in einem Café auf. Kurz vor dem Campingplatz treffen wir auf eine andere Gruppe. Sie berichtet, dass sie heute 4 platte Reifen nacheinander hatten! Und auch die Küche hat einiges zu berichten. Eine Kiste im Vorratswagen hat sich gelöst und mehrere Flaschen Olivenöl sind heruntergefallen und zersprungen. Eine Tasche mit Kleidern vom Küchenteam bekommt einiges ab. Die Küche muss schauen, dass sie rechtzeitig am Campingplatz ankommt und plötzlich hagelt es sogar. Auch dies gehört zur Tour- nicht immer läuft alles glatt aber wir machen alle das Beste draus. Die Stimmung ist gut und wir haben alle warm geduscht. Gerade wird das große Zelt aufgebaut. Wir freuen uns alle sehr nach 4 Fahrtagen morgen einen Pausetag an diesem wunderschönen Campingplatz in Montecatini zu haben. Wir sind ganz oben auf einem Hügel und haben eine wunderschöne Aussicht in die Toskana.

Ruhetag in Montecatini
Freitag 29. Mai 2026

Ruhetag in Montecatini

Heute ist Pausetag in Montecatini. Der Tag steht heute erst mal ganz im Sinne von Saubermachen. Die Wäsche wird gewaschen, die Räder geputzt und gepflegt, das dauert erst einmal ganz schön, aber niemand meckert. Denn dann kommt das Highlight- es gibt einen tollen Pool am Campingplatz und der wird ausgiebig bespielt. Alle genießen das kühle Nass, es wird viel gelacht und geplanscht. Nach dem Pool gehen einige Kinder in 3er Gruppen nach Montecatini Alto. Diese wunderschöne kleine toskanische Stadt mit ihren schönen Gassen ist ein echtes Schmuckstück und die Kinder sind ganz begeistert. Vom Campingplatz läuft man nur ein paar Minuten hin und zurück und das wird daher von vielen gerne angenommen.

Heute Abend gibt es selbstgemachte Wraps zum Abendessen. An den Pausetagen kocht statt der Küche immer ein Begleiter Team, damit die Küche auch mal Pause hat. Das ist gar nicht so einfach, ein leckeres Essen für so viele Menschen zu kochen, in einer Küche die man nicht kennt. Es werden Berge von Wraps gebacken, den ganzen Mittag, wir wissen gar nicht wie viele es sind aber bestimmt über 200/250 Stück. Am Schluss sind alle froh- das Essen ist lecker und alle wurden satt...und die Fahrradbegleiter*innen wissen noch mehr zu schätzen, wieviel das Küchenteam täglich leistet.

Nach dem Essen wird der kommende Tag besprochen, die Strecke die wir fahren und wer mit wem in welcher Gruppe fährt. Dann treffen sich die Gruppen nochmal kurz, bereiten die Räder vor und tauschen sich aus. So sind alle gut vorbereitet auf den kommenden Tag. Morgen gibt es einen besonders schönen Streckenabschnitt Richtung Sienna, darauf freuen wir uns alle.

 Aktuelle Spül-Charts sind: Bibi und Tina- Mädchen gegen Jungs und die Fischerin vom Bodensee :-)

Montecatini Terme - Sienna

127 km | 1300 Höhenmeter


Samstag 30. Mai 2026

Wunderschöner Tag durch die Toskana

Was für ein Tag! Alle kommen ganz beseelt am Campingplatz in Siena an. Aber von vorne.

Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein und perfekten Radfahrbedingungen. Warm aber nicht zu heiß, einfach traumhaft. Wir fahren die Kurven vom hoch gelegenen Campingplatz hinunter und es verspricht bereits jetzt ein toller Tag zu werden. Kaum kommen wir in die erste Ortschaft heißt es plötzlich- ich hab einen Platten. Wir halten an und finden eine Scherbe im Mantel. Die Begleiterin wechselt kurz den Schlauch, entfernt die Scherbe und es geht weiter. Auch in den anderen Gruppen gibt es Platten- es gibt einfach viele Schlaglöcher hier. Heute geht es zügig voran, das macht richtig Spaß. Zu Beginn haben wir noch regen Stadtverkehr, aber das läuft mittlerweile richtig gut. Wir haben uns eingespielt und kennen nun die Gegebenheiten hier. Die Landschaft verändert sich langsam...überall sehen wir Zypressen, Pinienbäume und eine hügelige Landschaft, toskanische Häuser in den Farben gelb und rot, wunderschöne Landgüter, Weinberge und Olivenhaine.

Die Mittagspause findet heute bei Kilometer 70 statt und alle staunen, wie problemlos das mittlerweile bewerkstelligt wird. Nach der Pause wird es schöner und schöner, es geht hoch und runter, wir haben die schönste Aussicht über die toskanische Landschaft und wenig Verkehr. Was für eine tolle Strecke, alle sind ganz begeistert und merken gar nicht, dass wir heute wieder rund 112 km und 1300 Hm gefahren sind.

Als kleines Highlight kurz vor dem Campingplatz fahren einige Gruppen noch in die Innenstadt nach Siena. Wirklich beeindruckend! Was für ein toller Platz auf dem früher Wagenrennen stattgefunden haben. Wir lassen uns ein leckeres italienisches Eis schmecken und fahren dann hoch an unseren heutigen Campingplatz. Von hier haben wir eine tolle Aussicht auf Siena und gerade geht der Mond auf.

Die Kinder richten sich, der Tag war lang und auch morgen kommt eine anstrengende Etappe. So ist gleich schon Schlafenszeit für die Kinder und Besprechungsrunde der Begleiter, um auch morgen wieder gut vorbereitet in die drittletzte Fahretappe zu starten!

 

 

Sienna - Bolsena

110 km | 1300 Höhenmeter


Sonntag 31. Mai 2026

Auf zum Vulkansee

Wir starten früh in den Tag und packen schon vor 8 Uhr alle Zelte und das Gepäck in den LKW. Nach dem Frühstück ist die Stimmung plötzlich bedrückt. Der Grund ist, das ein Kind, das nun schon länger krank ist, abgeholt werden muss. Die Gruppe ist sehr traurig darüber und viele nimmt das richtig mit. So eine Entscheidung ist für alle nicht leicht. Jedoch gibt es Situationen, in denen für eine gute Genesung Ruhe und Geborgenheit nötig sind. Dies kann zu Hause einfach besser gewährleistet werden.

Wir haben dieses Jahr das Glück, eine Ärztin in unserem Fahradbegleiter*innen Team zu haben. Sie bietet gemeinsam mit einer anderen Begleiterin jeden Abend eine Sprechstunde für alle Gegebenheiten an. So werden beispielsweise Insektenstiche oder Sonnenallergie besprochen und behandelt. Es gibt einfach immer jemanden, der für einen da ist, wenn man sich mal unwohl fühlen sollte und das ist auch gut so. Wenn nötig, können kranke Kinder auch mal ein, zwei Tage ins Begleitauto oder auch nur halbtags fahren. So versuchen wir zu ermöglichen, dass Kinder dabei bleiben können, auch wenn sie ein paar Tage gesundheitlich angeschlagen sind.

Passend zur Stimmung ist zu Beginn des Tages auch die Hitze ziemlich drückend. Die Landschaft ist aber weiterhin wunderschön. Immer wieder gibt es Zypressen-Alleen und ein Postkarten-Motiv jagt das andere. Die Strecke ist heute jedoch lange nicht so schön wie gestern, wir fahren eine Art Landstraße und es gibt viel Verkehr. Die Stimmung ist heute generell etwas gedämpfter als in den letzten Tagen und wir starten in die Mittagspause. Die Pause tut gut und ab da wird die Stimmung deutlich besser. Wir fahren durch einen längeren Tunnel und haben das Glück, dass eine Spur gesperrt ist. Da können wir problemlos fahren ohne Verkehr hinter uns und freuen uns, dass er mittlerweile sogar beleuchtet ist. Nach dem Tunnel gibt es eine längere Abfahrt, eine willkommene Abwechslung zu dem Auf und Ab des Vormittages. Heute haben wir die 1300 Hm und rund 117 km deutlich gespürt.

Dann kommt nochmal eine Herausforderung. Wir erklimmen nach und nach den Kraterrand eines früheren Vulkanes, ganz schön anstrengend. Oben angekommen gibt es erstmal einen wahnsinns Ausblick auf den Bolsena See. Fast sieht es aus, als wären wir am Meer angekommen. Zur Belohnung gibt es oben erstmal ein Eis für alle. Dann fahren wir die letzten Kilometer vom Kraterrand hinunter Richtung See, das macht Spaß! Allerdings spüren einige schon ihren Hintern und wir freuen uns auf den morgigen Pausetag. Die ein oder andere Gruppe kann das kühle Nass nicht erwarten und springt direkt mit Fahrradklamotten in den See! Wir fühlen uns wie neugeboren und genießen die perfekte Wassertemperatur.

Nach dem Abendessen wird das kranke Kind herzlich verabschiedet. Der Vater ist gekommen und wird mit ihm morgen nach Hause fahren.

Derweil gibt es für die Kids heute noch ein besonderes Highlight. Wer möchte darf heute unterm Sternenhimmel direkt am Bolsena See schlafen. 

 

 

Ruhetag in Bolsena
Montag, 01. Juni 2026

Pausetag am Bolsena See

Wie herrlich ist der Morgen! Der See liegt ruhig da und es ist eine zauberhafte Stimmung. Ein bisschen Nebel liegt über dem See, die meisten Kinder schlafen noch, ein paar sind schon wach und genießen dieses besondere Licht an diesem schönen Ort. Ein Großteil hat heute Nacht am See geschlafen im schwarzen Lavasand. Dies hat erstaunlich gut geklappt und die Kinder schlafen sogar länger wie sonst, manche liegen nach 8 Uhr noch am Strand gemütlich in den Schlafsack gekuschelt. Dann beginnt ein geschäftiger Morgen, es wird gespühlt, gewaschen und die Fahrräder werden gepflegt. Sobald wir fertig sind, gehts ab ins und ans Wasser.

Die schönsten Sandburgen werden gebaut, das Wasser genossen und der Kiosk unsicher gemacht. Nach dem Mittagsvesper ist Mittagspause, manche schlafen, schreiben Tagebuch, massieren ihre Rücken im Schatten der hohen Platanen. Dann weiter Badespaß am Strand, chillen, Fußball spielen, ein Teil der Fahradbegleiter*innen kocht anstelle der Küche. Die Schrauber richten die Fahrräder her, freudiger Betrieb auf dem Campingplatz stellt sich ein. Mittags zieht es dann etwas zu, aber kein Regen kommt. Nach dem wir lecker zu Abend gegessen haben, bereiten wir uns auf den morgigen Tag vor. Wir werden etwas früher wie sonst aufstehen und losfahren, um die lange Etappe morgen gut zu schaffen. Schönen Abend und viele Grüße an alle Eltern, Verwandte und Freunde der Tour de Lauro.

 

Bolsena - Ostia

146 km | 885 Höhenmeter


Dienstag, 2. Juni 2026

Alle Wege führen nach Rom

Heute morgen stehen wir eine halbe Stunde früher wie sonst auf. Grund ist unsere lange Etappe, die uns heute bevor steht. Insgesamt 140 km und rund 800 Hm sind zu bewältigen. Und es klappt wie geplant- die Kinder haben schon alle Dinge, die sie heute brauchen, gestern hergerichtet und wir staunen wie schnell alles erledigt ist. So kommen wir deutlich früher als sonst auf die Räder. Zu Beginn geht es wieder den Kraterrand hinauf. Die frühe Stunde erleichtert uns den Aufstieg deutlich, denn es ist einfach noch nicht so heiß wie sonst. Außerdem ist es heute leicht bewölkt und nicht ganz so heiß wie die letzten Tage. Ganz nach unserem Geschmack!

Nach dem Aufstieg folgt eine tolle Abfahrt und dann müssen wir auf eine Schnellstraße. Wir haben Glück, denn heute ist Feiertag in Italien. So ist auf der Schnellstraße wenig los, es fahren keine LKW und generell ist heute deutlich weniger Verkehr als sonst. So können wir auch diese Herausforderung problemlos meistern. Bei km 80 ist heute die Mittagspause auf einem schönen Platz. Wir vespern und essen leckere Wassermelone, die uns das Begleitauto mitgebracht hat. Dann geht es weiter Richtung Rom und wir kommen direkt am Flughafen vorbei. Die Flugzeuge fliegen mal rechts mal links an uns vorbei, manchmal direkt über unsere Köpfe hinweg! Ganz schön aufregend! 

Die vielen Schlaglöcher bringen den ein oder anderen platten Reifen mit sich. Und wir haben ordentlich Gegenwind! So haben insbesondere die vorderen Begleiter*innen viel zu schaffen und die Kinder versuchen so viel wie möglich im Windschatten zu fahren.

Und dann kommt es endlich und wir können es fast nicht glauben: das Meer! Wir sind einfach mit dem Fahrrad vom Bodensee bis ans Meer geradelt! Die Schüler*innen klatschen sich ab und umarmen sich, wir sind so stolz! Wir machen Fotos und radeln die letzten Kilometer zum Campingplatz nach Ostia. Dort ziehen wir unsere Badesachen an und springen in die Wellen. Das tut so gut! Wir genießen das kühle Nass und haben Spaß. Am Abendessen macht plötzlich ein Wildschwein den Campingplatz unsicher und sorgt für allgemeine Aufregung und Heiterkeit.

Morgen steht unsere letzte und längste Etappe bevor. Etwa 183 km und rund 700Hm sind geplant. Die Mittagspause findet bei Kilometer 100 statt- zum Vergleich: unsere längste Etappe in der Trainingszeit war etwa 110 km lang. Nun fahren wir so lang bis zur Mittagspause. Dies verdeutlicht wie sich die Grenzen verschoben haben, ganz schön eindrücklich! Morgen erreichen wir also unser großes Ziel Lauro. Wir werden nach diesem so besonderen und langen Tag erst sehr spät den Campingplatz erreichen. Daher gibt es den Bericht von morgen erst übermorgen.

 

 

Ostia - LAURO - Baia Domizia

~186 km | 690 Höhenmeter


Mittwoch, 3. Juni 2026

Lauro wir kommen!

Der große Tag ist gekommen! Heute stehen alle schon richtig früh auf. Die Küche und die Begleiter bereits um 5 und die Kinder werden kurz vor 6 Uhr geweckt. Schließlich ist unsere heutige, allerletzte Etappe auch mit Abstand unsere längste. Über 180 km sollen gefahren werden, dabei fast 700 Hm, das dauert. Eine Vorfreude und Aufregung liegt in der Luft. Schaffen wir das? Ja, wir schaffen das! Wir stellen uns nochmal im Kreis auf, besprechen uns und dann geht es los. Der Himmel ist dunkel, es grummelt schon richtig, Gewittermöglichkeit und Regen am Vormittag sind vorhergesagt. Wir packen zur Sicherheit alle unsere Regenjacken ein. Das Wetter bringt aber auch sein Gutes mit sich: wir haben erstmal richtig Rückenwind und starten von hinten gestärkt richtig durch. Schnell klettert der Tacho auf über 30 kmh, es läuft!

Plötzlich bei km 10 eine Baustelle und Straßensperrung, aber wir können hindurch fahren. Wie sich später rausstellt ist das gar keine gute Idee. Der Weg ist ein Scherbenmeer, Scherben überall, wohin das Auge schaut. Manche versuchen drum rum zu fahren, manche stoppen zugleich und tragen ihre Räder. Doch es ist bereits zu spät. Wir haben Platten, und das nicht zu knapp! Das Begleitauto wird informiert und macht sich auf den Weg zu uns. Wir reparieren die Platten, allein an dieser Stelle müssen 7 Platten geflickt werden und auch im Laufe des Tages werden es wegen diverser Scherben in den Mänteln noch deutlich mehr werden. Ganz schön ausgebremst müssen wir erstmal wieder in unseren Tritt finden, denn ein guter Rhythmus ist entscheidend beim Gelingen von langen Etappen. Der Wind ist zu Beginn unser stetige Begleiter, mal kommt er von hinten, mal von der Seite, mal von vorne. Wir sind heute zackig unterwegs und haben schnell ein 26, 27er Schnitt, aber den brauchen wir heute auch. Wir fahren teilweise mit wunderschönem Blick auf das Meer und die Dünen. Langsam verändert sich die Küste und es wird felsiger. Die Wolken verziehen sich und die Sonne kommt raus. 

Wir fahren durch Wälder und sind schockiert- denn hier liegt überall ganz schön viel Müll rum. Die Kinder fragen wie das sein kann. Warum schmeißen manche Menschen einfach Müll in die Natur? Wir sprechen über Armut und die allgemeine Müllsituation in Italien.

Manche Dörfer wirken verwarlost und ärmlich, manche hingegen sind wunderschön, beispielsweise Terracina, wo wir unsere Mittagspause bei km 102 machen. Die Straßenränder sind gesäumt von Orangenbäumen, sie hängen bereits voller orangener Früchte. Malerische Häuser, Fischerboote und Felsen lassen uns staunen. Wir stärken uns und erneut müssen einge Schläuche und Mäntel gewechselt werden. Den Begleitautos geht heute das Material aus, aber die Kinder und Fahrradbegleiter*innen haben zusätzlich Schläuche dabei, so dass es bis Abends reichen soll. 

Nach der Mittagspause geht es durch einige Tunnel, die routiniert durchfahren werden. Teilweise fahren wir an Steilhängen mit tollem Blick von oben auf das Meer und können uns gar nicht satt sehen an der Weite, den Wellen und Stränden. Jetzt sind es nur noch rund 70 km bis Lauro. Hier und da haben wir regen Stadtverkehr, der ist am Nachmittag besonders anstrengend, fordert er doch höchste Konzentration und ständiges Reaktionsvermögen. Nach so vielen Kilometern auf dem Fahrrad ist das gar nicht einfach. Viele Gruppen kehren daher in die ein oder andere Eisdiele ein, um sich noch mal zu stärken. Ein Begleiter hat richtig Pech, ein kleiner Gehweg führt zu seinem Sturz, der ihn an der Weiterfahrt hindert.

Alle Gruppen treffen sich an einem vereinbarten Treffpunkt, kurz vor Lauro, um sich für die gemeinsame Einfahrt ins Ziel bereit zu machen. Und dann startet unsere Einfahrt nach Lauro, ein echter Gänsehautmoment. Die Glocken der beiden Kirchen in San Castrese und Lauro läuten, Menschen stehen an den Straßen und auf den Balkonen und klatschen und winken uns zu. Vorneweg die Begleitautos, mit Hupen und Fahnen, hintendrein in 3-er Reihe folgen die Fahrräder. Es wird "Tour de Lauro" gesungen und geschrien, wieder und wieder, lauter Jubelgesang. Auf dem Marktplatz bilden wir eine Spirale aus Fahrrädern, die immer enger wird. Dann gibt es kein Halten mehr. Wir fallen uns in die Arme, Jubeln, Lachen, Schreien, Weinen. Lauro, wir sind da! Wir haben es tatsächlich geschafft! Tour de Lauro!

Fotos werden geschossen, wir stärken uns mit Limo, Kuchen und Obst. Dann machen wir uns auf zum letzten Teil dieser Etappe. Wir fahren am Grundstück in Lauro vorbei, wo damals alles begann. Etwas verwildert, mit vielen Olivenbäumen und einem kleinen Häuschen. Dieses ist mittlerweile zu klein geworden für die Dimension der Tour de Lauro. So endet die Tour nicht mehr dort, sondern ein kleines Stückchen weiter am Meer. So fahren wir noch eine halbe Stunde weiter an den Strand zum Campingplatz Baia Domicia. 

Wir haben es also geschafft und sind gut in Lauro angekommen! Auch unsere Spendenaktion ist fast am Ziel. Nur noch wenige hundert Euro fehlen zum Erfolg. Die Deadline dazu liegt aktuell in 35 Stunden. Wir freuen uns daher wenn ihr uns unterstützt:  Tour de Lauro 2026 - Viele schaffen mehr

Hinweis: Nach und nach werden mehr Fotos hochgeladen. Dies dauert leider immer etwas. Es lohnt sich daher immer mal wieder reinzuschauen und zu aktualisieren

 

Donnerstag, 24. Mai 2026

Wir genießen den wohlverdienten Pausetag

Wir können es noch immer kaum glauben. Wir sind an unserem Ziel angekommen und dürfen heute einfach genießen!

Alle dürfen lang schlafen, außer den Begleiter*innen, die sich um das Frühstück kümmern. Auch so sind viele früh wach...wir haben einfach mittlerweile das frühe Aufstehen verinnerlicht. So genießen wir ein gemütliches Frühstück mit Meeresrauschen und freuen uns auf diesen freien Pausetag. 

Die Bezeichnung Pausetag ist eigentlich etwas irreführend, wenn gar falsch. Es stimmt- die Kinder dürfen heute vor allem pausieren und genießen. Für die Begleiter*innen allerdings gibt es den ganzen Tag sehr viel zu tun. Die Räder müssen alle in den LKW verstaut werden. Dies ist eine logistische Herausforderung und beschäftigt eine Hand voll Menschen den kompletten Tag! Auch die Küche hat zu tun, denn der Hunger ist nach wie vor riesig! Die Fotos müssen gesichtet, sortiert und hochgeladen werden. Bei schlechtem Internet eine Sache von Stunden! Der Bericht wird sehnsüchtig erwartet und sollte zeitnah verfasst werden, dazu die passenden Fotos hochgeladen werden, die ein oder andere Schramme wird vom Medizin-Team versorgt. Auch 77 Tour-Trikots wollen gewaschen und getrocknet werden. Die Logistik der Begleitfahrzeuge und des Reisebusses wird durchdacht, Telefonate geführt und es müssen genügend Badeaufsichten am Strand sein, denn die Wellen sind heute vielversprechend.

Nachdem die Kinder die Räder geputzt haben, geht es ab an den Strand. Die Sonne scheint und alle haben eine tolle Zeit am Meer. Die Wellen sind hoch und wir haben viel Spaß im Wasser. Manche nutzen die freie Zeit zum Tagebuch schreiben, denn gestern war ein langer Tag und es ist so viel passiert, was es zu berichten gibt. Waden werden massiert, Muscheln gesammelt, Karten und Volleyball gespielt. Und natürlich wurden auch der Supermarkt und die Eisdiele des Campingplatzes ausgiebig besucht. Nun freuen wir uns auf das Abendessen, denn wir haben noch immer richtig Appetit (und außerdem kocht die Küche einfach hervorragend). Wie schön, dass wir auch morgen nochmal Zeit haben dieses Urlaubsgefühl zu genießen.